Überörtlicher Atemschutzgeräteträger- Lehrgang in Karlstadt

20 neue Atemschutzgeräteträger im Landkreis Main-Spessart

atemschutzlehrgang 12_2011

20 Feuerwehrdienstleistende wurden in November unter der Leitung von den Atemschutzausbildern Kreisbrandrat Manfred Brust und Kreisbrandmeister Stephan Brust im Feuerwehrgerätehaus der Feuerwehr in Karlstadt ausgebildet. Die Ausbildung umfasst 29 Stunden in Theorie und Praxis. Für Kreisbrandrat Manfred Brust, der seit 30 Jahren Atemschutzgeräteträger ausbildet ist es wichtig als Ausbilder am Lehrgang teilzunehmen. Auch wenn er heute als Kreisbrandrat aus zeitlichen Gründen den Lehrgang nicht mehr leiten kann ist es für ihn ein wichtiger Baustein mit den jungen Feuerwehrdienstleistenden zu arbeiten und sein Wissen an sie weiterzugeben. „Teamarbeit und Ausbildung für die Praxis von der Praxis“ ist eine wichtige Grundlage für die Feuerwehrarbeit“ so der Kreisbrandrat des Landkreises Main-Spessart. Es ist heute im Feuerwehralltag kaum mehr ein Brandeinsatz ohne Atemschutz zu bewerkstelligen, da durch Sauerstoffmangel und Atemgifte, besonders bei Kunststoffbränden, die Gesundheit der Feuerwehrleute erheblich gefährdet ist. Dies fängt bei einem PKW Brand auf der Straße an und zieht sich hin bis zu Industriebränden oder auch technischen Hilfeleistungen, bei denen gefährliche Stoffe und Güter austreten.

An die jungen Feuerwehrmänner wurden von den Ausbildern eine ganze Reihe Anforderungen gestellt, jedoch um eine Atemschutzausbildung überhaupt absolvieren zu dürfen müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mindestens 18 Jahre alt sein, sich einer ärztlichen Untersuchung nach dem Grundsatz der arbeitsmedizinischen Untersuchung G26.3 unterziehen sowie eine abgeschlossene Feuerwehrgrundausbildung vorweisen. Der Inhalt der Ausbildung ist in der Feuerwehrdienstvorschrift (FwDV) 2 geregelt, beinhaltet ca. 1/3 Theorie, wie zum Beispiel die Anforderungen an einen Atemschutzgeräteträger, Atemgifte, Einsatzgrundsätze, sowie die Gerätekunde für die Atemschutzgeräte, die sich aus der Atemschutzmaske und dem sog. Pressluftatmer zusammensetzen, der je nach Ausführung bis zu 17 kg schwer sein darf. Dazu gehört auch die Berechnung wie groß der Atemluftvorrat in der Atemluftflasche noch ist, da die Umgebungsluft durch spezielle Kompressoren mit 200 bis 300 bar gereinigt und getrocknet in die Stahlflaschen gedrückt wird und je nach körperlicher Anstrengung bis zu 80 l Luft pro Minute vom Atemschutzgeräteträger veratmet wird. Auf der praktischen Seite wird der Umgang mit dem Atemschutzgerät geübt, aber auch die Leistungsgrenzen von Geräteträger und Gerät ausgetestet. So wird beim Lehrgang in Karlstadt der über 60m hohe Turm im Mischwerk des Zementwerkes zu Fuß über das Treppenhaus bestiegen. Bei Stationsausbildungen und einer Einsatzübung lernen die jungen Kameradinnen und Kameraden wie man sich in Notsituationen abseilt oder wie man richtig in einem Brandraum vorgeht, damit man nicht in die gefürchtete Gefahr einer Rauchgasdurchzündung, dem sog. Flash-Over oder Backdraft, gerät. Das „Geheimnis“ der interessanten Mischung aus Theorie und Praxis ist die Tatsache, dass zu Beginn jedes Ausbildungstages zuerst mit dem Atemschutzgerät geübt wird. Während der darauf folgenden Theorie werden die Atemschutzflaschen wieder befüllt, so dass die Zeit möglichst effektiv, ohne Leerlaufzeiten, genutzt werden kann. Die Abschlussprüfung in Theorie und Praxis wird im Feuerwehrgerätehaus der Stadt Lohr abgehalten, da dort auch die Atemschutzübungsanlage des Landkreises untergebracht ist.

Der Standort der Atemschutzwerkstatt des Landkreises Main-Spessart befindet sich seit Anfang der 70er Jahre im Feuerwehrgerätehaus Karlstadt. Die ehrenamtlichen Gerätewarte der Atemschutzwerkstatt unter Leitung von Kreisbrandmeister Stephan Brust überprüfen und warten über 450 Atemschutzgeräte aus dem ganzen Landkreis in ihrer Freizeit, nach der Feuerwehrdienstvorschrift (FwDV) 7, in der unter anderem die Fristen und Tätigkeiten für die Wartung bundeseinheitlich festgelegt sind.

Teilnehmer:

Träger Tobias (FF Bischbrunn), Endrich Simon, Diener Max (beide FF Erlenbach), Manger Simon, Sauer Daniel, Treutlein Jannic (alle FF Heugrumbach), Schrenker Marko (FF Himmelstadt), Lutz Oliver (FF Karlstadt), Klein Christoph, Grötzbach Michael, Spengler Tim (alle FF Kreuzwertheim), Appel Maximilian, Kilian Florian, Siegler Daniel, Wolter Patrick (alle FF Laudenbach), Wirzberger Andre (FF Neuhütten), Pfeuffer Marco, Hosak Mathias (beide FF Obersfeld), Rudolph Frank, Weber Christoph (beide FF Retzstadt),